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Horizon Chase Turbo Review

Ein kleiner, großer Indie-Racer der Erinnerungen weckt und regelmäßig neue Herausforderungen bietet.

Einleitung

Wer in seiner Kindheit oder Jugend gerne Autorennen wie Lotus Esprit Turbo Challenge auf dem AMIGA oder später Lotus III am PC gespielt hat, kann dies für letzteres inzwischen auch im Browser tun oder sich aber für mehr Spielspaß Horizon Chase Turbo gönnen. 

Das Spiel wurde im November 2018 für die Nintendo Switch veröffentlicht und ist auch für PC, XBOX und Playstation erhältlich. Entwickelt wurde es vom brasilianischen Studio Aquiris und wird seitdem regelmäßig mit Updates und DLCs versorgt. 

 

Auros bei Tag, links und rechts Bäume

Tagesrennen

Autos bei Nacht vor Stadtkulisse

Nachtrennen

Spielprinzip

Wie bei den meisten Rennspielen gilt es, sich so gut wie möglich zu platzieren – Denn je besser, desto mehr Punkte gibt es. Und diese werden benötigt um weitere Rennen und Upgrades freizuschalten. Um dies nicht zu einfach zu machen, startet man immer auf dem letzten Platz und muss das Feld von dieser Position aufrollen. Dabei kommen einem nicht nur die anderen Autos in die Quere, sondern auch Benzinmangel und verschiedene Wettereffekte, die das Fahrverhalten beeinflussen. Auf der anderen Seite sind die freigeschalteten Upgrades sofort für alle Autos einsatzbereit.

Zunächst steht nur die Kampagne zur Verfügung. Der “Spielplatz”, das “Turnier” und der “Ausdauerlauf” werden erst nach und nach durch das Erreichen verschiedener Ziele im Spielverlauf freigeschaltet.

Kampagne

Diese unterteilt sich in die ursprünglich vorhandene “Welttour” und die bisher zwei DLCs. 

Welttour

In dieser gilt es eben diese auf 109 Strecken zu erobern. Dazu reist man von Stadt zu Stadt und muss in diesen jeweils mehrere Rennen gewinnen, um genügend Punkte zu sammeln um die nächsten Rennen, Autos, Upgrades und Städte freizuschalten. Bonuspunkte gibt es, wenn zusätzlich alle blauen Token eingesammelt werden. Aktuell gibt es 34 verschiedene Autos, bei denen man vor jedem Rennen die Lackierung wählen kann – mehr Individualisierung ist nicht möglich. Die Autos sind real existierenden Autos nachempfunden ohne sie beim richtigen Namen zu nennen, dennoch sind viele davon eindeutig zu identifizieren.

Da die “Welttour” zum Ende hin doch recht knackig ist, wurde mit dem kostenlosen “Rookie Series”-DLC eine vereinfachte Variante der “Welttour” eingeführt. Darin ist man wahlweise mit dem neuen Fahrschulauto unterwegs und erhält am Ende einen “Führerschein”, der allerdings keinen Einfluss auf das weitere Spiel hat. 

Der zweite DLC – “Summer Vibes” (1,99€) erinnert sehr an “SEGA Outrun” und bietet ein Cabrio und 12 Strecken, die gewonnen werden wollen. Ein weiterer DLC ist bereits durch einen vorhandenen Slot in dieser Auswahl angeteasert.

Rotes Cabrio mit zwei Personen

Auto aus dem „Summer Vibes“-DLC

Spielplatz 

Der Spielplatz ist eine Zusammenstellung von mehreren Rennen mit steigendem Schwierigkeitsgrad und unterschiedlichen Rennbedingungen. So kann die Auswahl an Autos eingeschränkt sein, extreme Wetterbedingungen das Fahrverhalten beeinflussen, der Kurs gespiegelt sein oder begrenzter Treibstoff zur Verfügung stehen. Zu speziellen Anlässen gibt es Autos und Skins freizuschalten. Eine Spielplatz-Saison dauert immer zwei Wochen.

Turnier

In diesem Modus stehen je nach Schwierigkeit (Amateur, Profi und Meister) mehrere Turniere mit je 4 Rennen zur Auswahl. Werden alle 12 Meisterturniere gewonnen, wird der “Ausdauerlauf” freigeschaltet.

Ausdauerlauf

Wie der Name schon vermuten lässt, geht es hier um Ausdauer. Nach der Wahl eines Fahrzeugs muss man am Ende mindestens den fünften Platz belegen um die nächste Stufe freizuschalten. Die Schwierigkeitsstufen sind hier “Kurz, Mittel und Lang”. Wird der längste Ausdauerlauf mit 109(!) Rennen gewonnen, gibt es zur Belohnung ein weiteres Fahrzeug. Lasst euch überraschen.

Steuerung

Die Steuerung erfolgt nur mit Controller – Lenken per Analog-Stick oder den Richtungsknöpfen auf dem linken Joy-Con, Gas geben, Bremsen und den Boost auslösen. Der Touchscreen wird für die Steuerung nicht unterstützt. Die HD-Vibration kommt bei Kollisionen oder wenn die Strecke verlassen wird zum Einsatz. Da die Switch keine analogen Trigger hat, gibt es leider auch kein “ein bisschen” Gas geben.

Multiplayer

Einen Multiplayer gibt es leider nur lokal für bis zu vier Spieler*innen. Laut Entwickler wird es da auch keine Änderung geben, da ansonsten das Spiel neu programmiert werden müsste. Allerdings kann man sich in Form eines Geistes mit Freunden vergleichen. Ebenso werden die Streckenzeiten von Freund*innen bzw. allen Spieler*innen weltweit angezeigt. 

Der Vierfach-Multiplayer ist auch im Tischmodus möglich, aber mit dem kleinen Screen nicht wirklich sinnvoll.

Vierfach Multiplayer auf einem Bildschirm

Vierfach Multiplayer auf einem Bildschirm

Technisches

Die Musik, komponiert von Barry Leitch, welcher schon in den 90ern Musik für zum Beispiel Top Gear (NES) und Lotus Turbo Challenge beigetragen hat, passt sehr gut zum Spiel und treibt einen quasi über die Rennstrecken. Wer davon nicht genug bekommt, kann auf den üblichen Musikportalen den Sound kaufen beziehungsweise streamen.

Die Grafik mit ihrem low-poly Stil passt gut zum Retrogefühl, den das Spiel erzeugt. Zusätzlich werden die Rennstrecken mit Wettereffekten aufgepeppt, besonders der Ascheregen auf Strecken mit Vulkanen sieht sehr gut aus. Die Fahrzeuge selber können in den Farben und teilweise mit speziellen Skins angepasst werden.

Der Text der Beschreibungen könnte für den Handheld/Tischmodus etwas größer sein, aber es ist kein Spiel mit Story wo dieser wichtig wäre. Eine deutsche Übersetzung ist neben vielen anderen Sprachen verfügbar.

 

Zusammenfassung
Viel Spielspass zum kleinen Preis, wem die knapp 20€ zu viel sind, kauft im nächsten Sale. Die im Zweiwochen-Rythmus wechselnden Rennen im Spielplatz bieten dauerhafte Abwechslung, auch für jene, die die Welttour bereits beendet haben. Alle anderen, die in dieser feststecken, weil die Punkte fehlen um das nächste Land freizuschalten, lernen dadurch die neuen Strecken kennen. Viele Punkte können aber gesammelt werden, indem man die alten Strecken nochmals fährt und mit dem Pokal für den 1. Platz und allen Token abschließt, denn mit den Upgrades hat man dort bessere Chancen. Da das Ganze ein Funracer ist, kann man keine akkurate Physik erwarten, hier steht eindeutig der Spaß im Vordergrund.
Positives
  • Erinnerung an die "gute, alte Zeit”
  • Regelmäßig neue Rennen im Spielplatz
  • Toller Soundtrack
Negatives
  • Teilweise recht anspruchsvoll um gegen KI-Gegner zu gewinnen
  • Kein Online-Multiplayer
8.5
Gut
Spielspaß - 9
Grafik - 8
Sound - 8
Steuerung - 9
Dirk
Geschrieben von
Dirk

Mit dem Nintendo DS Lite und einem 286er PC die Welt der Spiele für mich entdeckt und im Januar 2018, nach langer Pause, mit der Nintendo Switch die Liebe am Spielen für mich wiederentdeckt.

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