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EQQO Review

Entwirre die Fäden eines poetischen Abenteuers, das von Natur und äthiopischer Mythologie inspiriert ist.

EQQO (ausgesprochen ‚Echo‘) ist das neueste Werk von Parallel Studio und Nakana.io. In dem nicht ganz so klassischen 3D-Puzzlespiel schlüpfst Du in die Rolle einer Mutter, die ihr blindes Kind durch eine Welt voller alter Tempel, Fallen und mysteriöser Kreaturen zurück nach Hause führt.

Ursprünglich wurde EQQO für Virtual Reality Systeme konzipiert, was am Spieldesign und der Kameraführung schnell deutlich wird. Dennoch macht das Spiel auch auf der Heimkonsole einen sehr guten Eindruck.

Handlung/Spielprinzip

Seiner Sehkraft beraubt, schlägt sich der kleine Junge Eqqo nur mit Hilfe seines Gehörs und Tastsinns durch die traditionelle Welt Äthiopiens und bekommt von einem göttlichen Wesen die Aufgabe, ein Ei an sein Ziel zu bringen und vor drohenden Gefahren zu schützen.

Deine Rolle ist es, die Hand der Mutter zu führen, das Kind und auch das Ei zu behüten und dem Jungen Wege und Türen zu öffnen.

Es dauert nicht lang, bis ihr auf eurem Weg auf ein riesiges Netzwerk von Tempeln stoßt, das mit einer Vielzahl von oft nicht besonders schweren, aber sehr cleveren Rätseln begeistert. Obwohl das Spiel eher gemütlich daherkommt und erst im weiteren Spielverlauf wirklich anspruchsvoll wird, hat mich die emotionale Geschichte sehr berührt und in ihren Bann gezogen.

Sehr gut gefallen haben mir die Rätsel. Gerade zu Beginn sind sie zwar noch recht simpel und schnell zu durchschauen, dennoch hat das Schalter drücken, versteckte Mechanismen entdecken, Türen öffnen und Gegenstände schieben, um Dinge wie einen Klangkörper in Gang zu setzen, wirklich viel Spaß gemacht und die Rätsel wurden nicht langweilig.

Hier fand ich besonders gut, das auch wiederkehrende Mechanismen wie versteckte Schalter finden und aktivieren nie gleich waren. In jedem neuen Abschnitt gab es auch immer eine neue und abgewandelte Variante von „finde und aktiviere den Knopf“, so das der Spielspaß auch auf Dauer erhalten geblieben ist.

Was ebenfalls sehr beeindruckend ist, ist der Umstand, das es nur sehr wenig Gewalt in Eqqos Geschichte gibt. Sicher sind einige Abschnitte etwas schaurig und verursachen ein Kribbeln im Nacken wie die Begegnung mit dem Glöckner, der das Ei stehlen und verspeisen will, aber EQQO kommt zu großen Teilen ohne Kämpfe aus. Das hat mir ausgesprochen gut gefallen.

Leider ist EQQO mit fünf Kapiteln und einer angegebenen Spielzeit von etwa 5 bis 6 Stunden ein recht kurzes Vergnügen und der Umstand, das erst nach und nach die Rätsel kniffliger werden für den ein oder anderen sicher ein Grund, sich für ein anspruchsvolleres Spiel zu entscheiden.

In EQQO wird mehr Wert auf eine gute Erzählung gelegt als auf spielerische Herausforderungen. Und das ist den Entwicklern in meinen Augen durchaus gelungen. Ich konnte jedenfalls nicht genug von Eqqo, dem Ei und den sehr schönen Dialogen bekommen und habe an den Rätseln durchaus schon mehr als 6 Stunden verbracht.

Spielmechanik

EQQO lässt sich auf vielfältige Weise steuern. Ob über den Pro Controller oder per Touch Screen, beide Varianten sind schnell und leicht erlernbar und fügen sich direkt in das Spielgeschehen ein. Obwohl ich im Spiel sehr gut mit dem Controller klar kam, hat mich die Steuerung mit dem Touch Screen am meisten überzeugt.

Direkt auf dem Bildschirm ist man gerade bei komplexen Rätseln und schnellen Handlungsabläufen durch Wischbewegungen der Kamera mehr ins Spielgeschehen eingebunden und der Wechsel zwischen verschiedenen Kameraperspektiven ist intuitiver als mit dem Controller.

Besonders positiv aufgefallen sind mir auch die Hinweise zwischen den Spielsequenzen, die mit hilfreichen Tipps dazu beigetragen haben, das ich mich sehr schnell in die Steuerung eingefunden habe.

Etwas gewöhnen musste ich mich zuerst an die Kameraführung, die stark auf die Navigation innerhalb eines Virtual Reality Systems ausgelegt ist. Hier muss man sich erst daran gewöhnen, mit der Kamera aus allen Perspektiven auf die Szene zu schauen und die Rätsel zu entdecken. Nicht immer war mir auf den ersten Blick klar, was man als nächstes machen muss und es war vor allem zu Beginn einiges an Schauen und Suchen angesagt, bis sich mir die nächste Aufgabe erschlossen hatte.

Technisches

Von Anfang an hat mich die Grafik sehr begeistert. Obwohl viele Elemente sehr einfach gehalten sind, wirkt das Konzept in sich stimmig und besticht durch ein eindrucksvolles und angenehmes Farbschema. Es gibt viele Details zu entdecken, wie wunderschöne Zeichnungen und phantastische Figuren und Orte. Auch die anfangs etwas gewöhnungsbedürftige 360°-Grad-Ansicht fand ich wunderbar gestaltet.

Abgerundet wird der optisch gute Eindruck von einem sehr stimmungsvollen Soundtrack komponiert von Nicolas Bredin und gespielt von den weltberühmten Prager Philharmonikern, der sich wunderbar unaufdringlich als Hintergrunduntermalung ins Spielgeschehen einfügt und die einzelnen Szenen toll unterstreicht. Besonders gut hat mir die sanfte Erzählstimme der Mutter gefallen, die sich ausgesprochen gut in die Geschichte eingefügt hat. Obwohl die Audioausgabe nur auf Englisch oder Französisch erfolgt, kann man der Geschichte mit den deutschen Untertiteln gut folgen.

Extras

Zusätzlich zum Hauptspiel gibt es für 1 Euro noch ein DLC zu kaufen, dessen Erlöse in ein gemeinnütziges Projekt laufen. Als Belohnung für diese Spende erhälst Du im Spiel die Möglichkeit, einen Baum zu pflanzen, unter dem Eqqo ein Nickerchen machen kann.

Die Nettoeinnahmen aus dem Verkauf des DLCs gehen an WeForest, einen Verein, der Bäume zum Schutz der Umwelt pflanzt und gegen die Erderwärmung kämpft. Neben einigen zusätzlichen Inhalten für das Spiel kann man so mit einem kleinen Betrag etwas Gutes tun.

Auf der Webseite des Publishers Nakana.io kann man mehr über diese Spendenaktion erfahren.

EQQO ist im Nintendo eShop erhältlich.

Graphics: EQQO Press Kit by Nakana.io, Nintendowelten.de

Zusammenfassung
Wer Rätsel und Puzzlegames mag, wird mit EQQO viel Spielfreude erfahren. Die stimmige Geschichte ist auch für jüngere Spieler gut geeignet und wir hatten viel Spaß daran, die unzähligen Rätsel zu lösen und in den wunderschön gestalteten Tempelanlagen herumzuwandern.
Positives
  • tolle Grafik
  • schöne Sounduntermalung
  • stimmige Geschichte
  • knifflige und unterhaltsame Rätsel
  • wenig Gewalt
8.4
Gut
Spielspaß - 8
Grafik - 9
Sound - 9
Steuerung - 8
Handlung und Charaktere - 8
Pamela
Geschrieben von
Pamela

Nintendospiele begleiten mich seit meiner Kindheit, ich bin mit Zelda und Super Mario aufgewachsen. Inzwischen führe ich die nächste Generation an Spielern nach Hyrule und in andere Welten und erkunde auch gern in Livestreams neue und alte Spiele.

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